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Dieser Text gewann den 2. Platz beim Egon-Erwin-Kisch-Preis 1991.
Viele hatten den Täter verflucht, ohne zu ahnen, daß er vor ihnen stand. In der Feuerwehr, wo er stets interessiert zu den Gruppen getreten war, die seine Taten diskutierten, wollten seine Kameraden »den Fotzelsiech sofort aufhängen, wenn wir ihn erwischen«. Seine eigene Mutter schlug am Mittagstisch vor, »den Sausiech an einer Mistgabel ins Feuer zu halten«. Und Ueli Keller hatte ihm und allen ändern, die es hören wollten, mit der ruhigen Selbstsicherheit des größten Bauern im Ort kundgetan: »Wenn der hier auftaucht, kommt er nicht mehr lebend vom Hof.«
Ueli Keller hatte es auch als einer der wenigen auf dem Bözberg nicht für nötig befunden, sich einen zweiten oder gar dritten Wachhund zuzulegen. Ihm genügten seine Ziegen, die beim leisesten Geräusch aufwachten.
Einige der Brände konnten sich die Bözberger noch mit einem Erbschaftsstreit erklären: Oft traf es den Hof, das Weizenfeld oder die Scheune der Familie Messer, deren Erben erbittert um das Gut kämpften. Um besser im Rennen zu liegen, hatten sich die Männer sogar landwirtschaftlich fortgebildet, die Frauen Bäuerinnenschulen besucht. Als es aber im Laufe des Jahres 1990 auch an ändern Orten brannte, zog die Angst auf den einsamen Höfen ein. Halogenlampen, Lichtschranken und Videokameras wurden montiert, die Ketten der Hunde verlängert. Wer nachts erwachte, konnte nicht wieder einschlafen. Der Arzt, wie viele andere Bözberger inzwischen bewaffnet, verschrieb nur mehr Beruhigungsmittel. Anfangs hatte man im »Bären«, tagsüber Chauffeurenbeiz, abends »Bauernbörse«, noch über den Täter geflucht. Bald schwieg man lieber. Wer weiß, vielleicht hörte er mit, und morgen mußte man » selbst schwarze Hölzchen zusammenlesen«.
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